Doppeldaumen für Qualitätsjournalismus

Juli 3rd, 2009 von gb

Die ZEIT kloppt heute auf den Piraten rum. Lustig, wie ich finde – heißt es doch dort zunächst:

Ab sofort wird die Piratenpartei an den gleichen Maßstäben gemessen wie die anderen Parteien, etwa wie seinerzeit die Grünen bei ihrer Gründung.

und einige Zeilen später:

Doch warum nur hat die Piratenpartei bisher so unglaublich viele Fehler gemacht?

Leider bleibt die ZEIT die Antwort schuldig, WELCHE “unglaublich vielen” Fehler die Piratenpartei gemacht haben soll bzw. habe ich zumindest keine Antwort in dem Artikel gefunden. An welchem Maßstab sollte so etwas überhaupt gemessen werden; “Fehler machen”? Ach ja, das stand ja am Anfang des Artikels. Eine simple Google-Suche bringt dann ans Licht, dass die Piraten als “Fehlermacher” auch nach Ansicht der Zeit in prominenter Gesellschaft ist [1] [2] [3] [4]. Es kann also nur noch aufwärts gehen! Arrrr!

Via Fefe

Echt jetzt, Junge!

Juli 3rd, 2009 von gb

Da hat der Nowak dem Börner offenbar schön in’s Gesicht gegriffen:

Mein Trainer Heiko Nowak hat mir mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen. Das war so heftig, dass meine linke Backe sofort rot war.

Gelesen bei BILD-Online

Und noch ein alter Bekannter in Kernberghausen

Juli 2nd, 2009 von gb

Nachdem die Hobbyfußballer aus mutmaßlich finanziellen Gründen René van Eck zurück auf den Trainerposten holten, darf nun auch der ehemalige Trainer Heiko Weber wieder auf dem Spaßfeld mitmischen. Sie kapieren es eben einfacht nicht. Mit einem schrottreifen Trabant hat man keine Chance bei einem Formel 1 Rennen, auch wenn Michael Schumacher am Steuer sitzt!

Ich bin Jacks rechter Nasenflügel

Juli 1st, 2009 von gb

Michael Jackson was so distraught over persistent insomnia in recent months that he pleaded for a powerful sedative despite warnings it could be harmful, says a nutritionist who was working with the singer as he prepared his comeback bid.

Wartet, wartet noch ein Weilchen…

Juli 1st, 2009 von gb

Auf heise.de kann man heute etwas über eine Forsa-Umfrage lesen, bei der die Befragten die Bedeutung des Internets als politisches Instrument beurteilen sollen:

Weniger als die Hälfte der Deutschen sehen laut einer Umfrage das Internet als geeignetes Mittel zur politischen Beteiligung.

Mich würde hier ja brennend interessieren, wie viele der Befragten das Internet denn überhaupt nutzen. Ich unterstelle mal, dass sich die Gewichtung des Internet als politisches Instrument antiproportional zum Alter des Befragten verhält. Folglich arbeitet die Zeit für uns und gegen «die anderen». Denn wie ich bereits gestern getwittert habe, scheint ja von der Generation “U-20″ keiner mehr nicht im Netz unterwegs zu sein.

Vielleicht ist die Umfrage auch nur als Sedativum für unsere Internet-affinen Volksvertreter gedacht.

Gestern gab es Fleisch!

Juli 1st, 2009 von gb

Jawoll! :-)

Jetzt ist mir schlecht!

Juni 30th, 2009 von gb

Die Diskussion um das deutsche Zensurgesetz, dass die Berliner Verfassungsfeinde unter dem Vorwand des Schutzes von Kindern durch den Bundestag geprügelt haben, nimmt immer abstrusere Formen an. Nun meint im Rahmen einer Konferenz zum “Schutz vor sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche mit Fokus auf neue Medien” auch der Europarat, seinen Senf dazu geben zu müssen:

Generell sei der Europarat gegründet worden, um Freiheitswerte zu verteidigen, die Meinungsfreiheit sei aber kein Freibrief, “Kindern unwiderruflichen Schaden zuzufügen”.

OK, da man sich offenbar schwer tut, die Verteidigung der Meinungsfreiheit als Argument der Zensurgegner angemessen zu beantworten, versuchen sie jetzt, diese Argumentation mit der Kinderpornokeule zu kolportieren. Auf welchem Niveau bei dieser Konferenz teilweise debattiert wird, zeigt auch sehr schön folgendes Zitat einer amerikanischen Teilnehmerin:

An dieser Entwicklung und an der zunehmenden Neigung Jugendlicher zum Missbruch von Gleichaltrigen übers Netz sei die Medien, Werbe- und Schönheitsindustrie schuld sowie die Macher von Musikvideos, die Prostitution verherrlichen würden.

Was für eine gestörte Wahrnehmung muss so ein Mensch haben? Als nächstes wird sicher (wieder) behauptet, dass man vom Onanieren blind wird… unfassbar!

Wrong!

Juni 29th, 2009 von gb

Bei der BILD haben sie die Praktikanten wohl mal wieder in den Urlaub geschickt oder einen J%§#er in die Redaktion gelassen:

DRITTE Liga, ihr Vollpfosten!

Zwei Schicksale

Juni 27th, 2009 von gb

Der eine wird Papst, den anderen schnappt sich die Polizei. Live is a Bitch, isn’t?

Mit Verlaub, Herr Fischer, Sie sind ein…

Juni 26th, 2009 von gb

… Politiker. Fefe und Spiegel schreiben heute, dass der “Turnschuhrebell” Joschka Fischer demnächst im Agitationsauftrag von Nabucco, einem Erdgasprojekt der EU und den USA, unterwegs ist. Hätte mir das jemand vor 20 Jahren prophezeit, dass sich DER Joschka Fischer einmal 6-stellig entlohnen lässt, um für fossile Brennstoffe zu trommeln… Einen besseren Beweis gibt es wohl kaum: Macht korrumpiert!

Im Namen des Herrn

Juni 25th, 2009 von gb

Bei all Trubel rund um den erneuten Angriff auf unsere Verfassung durch die Berliner Sicherheitswahnies kann man seinen Lieblingsfeind schon mal aus den Augen verlieren.

Bereits am 14. Juni berichteten die Medien (z.B. Stern) über die Entführung mehrerer Deutscher im Jemen. Unter den Entführten waren zwei Pflegehelferinnen, die dabei als Studentinnen einer Bibelschule in Lemgo genannt wurden. Nun erschien es mir, insbesondere als sich herausstellte, dass die beiden Mädchen ermordet wurden, doch etwas zynisch, über etwaige Hintergründe der Entführung zu spekulieren. Offenbar hätte ich den Gedanken getrost weiterspinnen können:

Der Krisenstab des Auswärtigen Amtes hat Erkenntnisse, wonach aufgebrachte Muslime den deutschen Techniker Johannes H. bedrohten und aufforderten, seine Missionierungsversuche einzustellen. (…)

Das berichtete der Spiegel bereits am 20. Juni. Noch ein paar mehr Hintergründe zu der Geschichte kann man auf Telepolis nachlesen. Danach verdichtet sich der Verdacht, dass hier naive Christen unter demVorwand einer humanitären Tätigkeit mit einem Kreuz bewaffnet und in die vorderste Front zum Missionieren geschickt werden:

Nach dem [extern] Bericht der “Times” arbeitet die niederländische Stiftung WWS eng mit dem Missionswerk “Worldwide Evangelization for Christ” ([extern] WEC) zusammen. Im deutschsprachigen Raum ist diese Organisation unter dem Namen [extern] Weltweiter Einsatz für Christus bekannt. Die Intention ist in beiden Fällen gleich: Volontäre werden für den humanitär-missionarischen Einsatz in Zielgebieten ausgebildet, vor allem in arabischen Staaten.

Wäre das Ganze nicht so tragisch, könnte die Geschichte ein gutes Drehbuch für die Serie “Lasko – Die Faust Gottes” abgeben, die der offizielle deutsche Bibelsender* RTL heute gelauncht hat.

* Die Seite “www.rtl-kirche.de” wird natürlich nicht von der RTL-Sendergruppe angeboten, sondern von der Arbeitsstelle der Deutschen Bischofskonferenz. Ich glaube JEDEN anderen hätte RTL bereits wegen des Markenschutzrechts in Grund und Boden geklagt…

Pandoras Büchse und schlotternde Knie im Hosenanzug

Juni 25th, 2009 von gb

Es gibt in meinem Umfeld so manchen, der hält die ganze Aufregung um das Reichsermächtigungsgesetz “Gesetz zur Erschwerung des Zugangs zu kinderpornographischen Inhalten in Kommunikationsnetzen” für Panikmache einiger paranoider Geeks. Ach ja? So sehr ich mir ja an sich wünsche, dass diese Leute Recht hätten: Sie liegen auf ganzer Linie danebenlink:

Hoeren machte starke rechtliche Bedenken gegen die sogenannte “graduated response” geltend, bei der eine Behörde oder eine Clearing-Stelle Internet-Nutzer bei Urheberrechtsverstößen zunächst verwarnt und nach dem dritten Verstoß den Internet-Anschluss kappt.

Das ist dann so wie bei “Voll Normal” als Tommy erst Köln-Kalk und am Ende Welt-Verbot bekommt. Hier diskutiert übrigens die Juristerei mit der Musik-Mafia. Mit dem Zensurgesetz ist der Stein ins Rollen gebracht und nun wird nach und nach draufgelegt. Während die einen noch den Tiefschlag in die Familienjuwelen ihres Demokratieverständisses verarbeiten, basteln «die Anderen» bereits am nächsten Schritt: Netzverbot für unbequeme Nutzer. Der Aufhänger ist, erstaunlich fantasielos, illegales Filesharing. Die Idee, nur die artigen Kinder mit dem Internet spielen zu lassen, zeigt indes die blanke Angst, die den Parteisoldaten ins Gesicht geschrieben steht. In den 90ern zwar nicht verstanden aber wohlwollend gefördert, lernen sie nun den Unterschied kennen zwischen einer beeinflussbaren Presselandschaft, in der es nur einige geduldete Ausreißer gibt, und dem demokratischsten aller Medien, indem die Rollen von Rezipienten und Publizisten verschmelzen.
Mehr oder weniger tölpelhaft versuchten und versuchen einige, sich anzubiedern und twittern, bloggen, podcasten und schreiben “Mails” auf Abgeordnetenwatch. Also ob man automatisch cool wäre, nur weil man eine Sonnebrille trägt. Nun haben sie jedoch erkannt, dass es hier um viel, viel mehr geht – und wie groß die Gefahr ist, die vom Internet aus der bundesdeutschen Blockparteiendemokratie droht (vielleicht sollte man so etwas lieber nicht laut aussprechen *Telefonstreich* *Telefonstreich*).

Transparenz. Transparenz ist es, wovor sich der dröge Parteisoldat fürchtet. Plötzlich liest jemand die Parteiprogramme! Dumm nur, wenn das die falschen Leute sind und das auf Wikileaks lesen. Sofort füllen sich die Blogs mit “ich-habs-doch-gewusst”-Artikeln – denn wenn z.B. dieser Absatz nicht nach “1984″ klingt, was dann??

“Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Wo es angesichts der geringen Schwere von Straftaten vertretbar ist, soll eine Selbstregulierung greifen. Wir möchten nach britischem und französischem Vorbild Rechtsverletzungen effektiv unterbinden, indem die Vermittler von Internetzugängen Rechtsverletzer verwarnen und nötigenfalls ihre Zugänge sperren. (…) Bundeskriminalamt, Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik und die entsprechenden Einrichtungen der Länder sind hierfür personell und technisch weiter zu stärken.”

Und dann kommt ganz ganz hinten in diesem Abschnitt noch ein Satz, der an sich ganz nach vorn gehören müsste:

Die Bemühungen um die Aufklärung der Nutzer und die Verbesserung der Medienkompetenz müssen intensiviert werden.

Die Verfasser haben den Entwurf nun versucht, zu “entschärfen“. Und plötzlich kommt dieselbe Frau Krogmann daher, die auf Abgeordnetenwatch Mails schreibt, der Meinung ist, dass im geänderten Zensurgesetz einerseits “zentrale Forderungen der CDU”link und andererseits alle “richtigen und ernst zu nehmenden Kritikpunkte”link berücksichtigt worden wären (darüber mal nachdenken!) und lässt in der TAZ (sic!) verlauten:

Sie halte es für “falsch und nicht machbar, im Internet unliebsame Inhalte durch Sperren oder das Kappen von Verbindungen zu unterdrücken”.

Passend dazu führen Frau Heine und Frau von der Leyen einen Metadiskurs über die letzten Wochen. Genüsslich stellt von der Leyen fest und hat damit zu 100% Recht:

Protest nutzt wenig, wenn man nicht auch Mehrheiten überzeugt. Dafür steht die Demokratie, die wir haben.

Und um Mehrheiten zu überzeugen, braucht man einen Transportkanal für die Botschaften. Diesen Kanal haben sie in Bonn und später in Berlin über Jahrzehnte in ihrem Interesse aufgebaut. Und der bricht ihnen nun weg, denn das Internet können sie nicht kontrollieren.

Noch nicht!

Abstimmung

Juni 25th, 2009 von gb

Wer hat uns verraten? …

http://www.verräterpartei.de/

Verräterpartei

Janz wischdisch!

Juni 24th, 2009 von gb

Alle Piraten und Interessierten sind herzlich zu unserer Gründungversammlung eingeladen.

Wann: Sonntag, 28. Juni 2009, 10.00 Uhr
Wo: Waldhaus, Erfurt


Größere Kartenansicht

Also: Segel setzen und Flagge zeigen!
http://www.piraten-thueringen.de/2009/06/23/thuringer-piraten-setzt-die-segel/

Edit: Die Uhrzeit war falsch!

Genau DAS ist das Problem mit einer Zensur

Juni 23rd, 2009 von gb

Der finnische Netzaktivist Matti Nikki veröffentlichte auf seiner Website einige der URLs, die auf der “Blacklist” stehen und von finnischen Providern blockiert werden. Da seine Seite diese Links beinhaltete, geriet auch er in das Netz der Fahnder, welche in mehrfach befragten und mit massiven Strafen für die Veröffentlichungen drohten, schließlich habe es sich um Links zu kinderpornografischen Inhalten gehandelt. Als weiteren Schritt, dass diese Informationen nicht an die Öffentlichkeit dringen, wurde seine Seite ebenfalls (!) auf die Blacklist gesetzt.

An dieser Stelle könnte man der Zensur ja noch zugestehen, dass sie zumindest ihre eigenen Regeln einhält. Obwohl; da ja die Seiten Dank DNS-Sperre nicht mehr erreichbar sind *hüstel* und folglich keine rechtswidrigen Inhalte mehr anzeigen können – warum dann noch zensieren? Da auch Matti Nikki offenbar keine Lust mehr hatte, sich mit diesem Widerspruch zu befassen, nahm er die umstrittenen Links von seiner Seite. Die bleibt bisher trotzdem auf dem Index – trotz Klage vor dem Verwaltungsgerichtz Helsinki.

Ja – und sowas passiert direkt vor unsere Haustür im freiheitlich-demokratischen Finnland; nicht etwa in China oder dem Iran. Tolle Wurst!

Vollständiger Artikel: http://www.gulli.com/news/finnische-zensur-contra-zensur-2009-06-20/